Die Hauptstadt des Piemont ist mit einer Million Einwohnern die viertgrößte Stadt Italiens und hat einiges zu bieten. Den meisten ist Turin wohl wegen der Automobilindustrie (Fiat- Werke) und durch den Fußball (FC Turino und Juventus Turin) bekannt. Nun will diese Stadt am Po mit Hilfe der Olympischen Winterspiele 2006 zur Touristenmetropole werden. Dabei ist es derzeit auch ein Reiz dieser Stadt, daß die Touristen nicht spürbar sind.
Die Mole Antonelliana, das Wahrzeichen Turins beherbergt ein phantastisches Filmmuseum
Blick von der Mole Antonelliana auf das Stadtzentrum und die dahinter liegende Gebirgskette
Arkaden und Architektur Etwa 18 Kilometer lange, breite Arkadenwege mit Geschäften und Cafés sind ein wichtiger Schauplatz des Turiner Lebens. Beeindruckend sind beispielsweise die Arkadengänge der Via Roma, die vom Bahnhof „Stazione Porta Nuova“zum Zentrum der Stadt, dem Piazza Castello, führen, und sich dann gleich weiter entlang der Via Po bis zur Piazza Vittorio Veneto erstrecken. Neben den Arkadengängen beeindrucken auch die teils endlosen, von Linden- und Kastanienbäumen gesäumten „Corsi“ der Turiner Innenstadt, die von Barockbauten und Jugendstilfassaden geprägt wird. Prachtvolle Residenzen, zahlreiche teils düstere Kirchen, Museen und die vielen kleinen und großen Plätze prägen das Stadtbild. Die Paläste und Schlösser in der Umgebung von Turin wie beispielsweise das Jagdschloss von Stupingi wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Empfehlenswerte Einkaufsstraßen Neben den beiden exklusiven Flaniermeilen Via Roma und Via Po mit ihren endlosen Arkadengängen ist auch die Via Garibaldi eine preisgünstigere Einkaufsstraße. Sehenswert ist aber auch die Via Mazzini mit den vielen kleinen Geschäften und Handwerksläden.
Verkehr Die überwiegend rechtwinkelig angeordneten Straßen Turins erleichtern das Zurechtfinden sehr. Der zeitweise heftige Verkehr und die unbekümmerte Fahrweise der Turiner ist gewöhnungsbedürftig. Die Verkehrsampeln haben eher nur Orientierungscharakter. Sogar die wenigen Radfahrer meiden die Straßen und benutzen vorwiegend die Gehsteige.
Aperitivo & Antipasti Als Umschlagplatz für Barolo und weiße Trüffeln ist Turin den Gourmets wohl ebenso bekannt wie als Heimat des berühmten Wermut. Eine angenehme Besonderheit sind die mittags und abends zum Glas Wein, Prosecco oder Campari meist kostenlos angebotenen, zahlreichen und vor allem köstlichen Antipasti.
Kundgebung nach einem Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt auf der Piazza San Carlo
Ausschnitt aus der Fassadengestaltung des Palazzo Rai, Via Giuseppe Verdi Ecke Via Montebello
Der im Herzen der Innenstadt gelegene gewaltige Palazzo Madama mit den drei historisch unterschiedlichen Gebäudekomplexen beherrscht die Piazza Castello
Tipps - Im Wahrzeichen der Stadt, der Mole Antonelliana, ist das Filmmuseum „Museo Nazionale del Cinema“ untergebracht. Die 70 Meter hohe Kuppel des modernen, mit einem spitzen Turm versehenen Gebäudes ist innen weit hinauf begehbar. Ein Muss ist die Fahrt mit dem Glaslift vom Kellergewölbe dieses Prachtbaues mitten durch die mächtige Kuppel und vorbei an den Museumsetagen hinauf zur Aussichtsplattform. Überwältigend ist von hier die Sicht auf die sich tief unten ausbreitende Stadt und die umliegenden Hügellandschaften und Gebirgsketten.
- Sehenswert ist auch die kleine Kapelle mit der Präsentation des Grabtuchs Christi im Turiner Dom (Chiesa Cattedrale di Turino San Giovanni Battista).
- Ein origineller Szenetreff ab 20.00 Uhr, für Junge und jung Gebliebene, ist das La Drogheria unter den Arkaden der Piazza Vittorio Veneto (18 D).
Turin im Internet - www.turismotorino.org - www.comune.torino.it - www.piemonte-emozioni.org
Die belebten Arkadengänge ziehen sich kilometerlang durch die Turiner Innenstadt
Die Via Po
Blick vom Piazza Castello auf eine faszinierende Harmonie historischer und zeitgenössischer Architektur
Beeindruckende Frauenskulptur beim Eingang zur Piazza Reale
Die schlicht-moderne, schon etwas verblichene Gebäudefassade (Bottega d'Erasmo) in der Via Gaudenzio Ferrari
An einem Ende öffnet sich die Via Garibaldi zur großen Piazza Statuto mit langgestreckten und harmonischen Gebäudefassaden
Text: Dr. Reinhard Sudy Fotos: Hedi Grager & Reinhard Sudy