
Als öffentlicher Bauträger fühlt sich die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft verpflichtet, auch das zeitgenössische Kunstschaffen in den Krankenhausneubauten einzubeziehen und talentierte Künstler dadurch zu fördern. Die Kunstwerke im Krankenhaus sollen vor allem zur Anregung und Ablenkung der Patienten und Besucher in ihrer durch Krankheit belasteten Lebenssituation dienen.
Im Rahmen des Kunstbeirates des Landes Steiermark, in dem auch die Zentraldirektion der KAGes, ein Vertreter der Anstaltsleitung des Hauses und der Planer Arch. Kada eine Stimme bei der Auswahl der Künstler und deren Werken hatten, wurden folgende 5 Kunstprojekte ausgewählt und verwirklicht:

1. Leuchten- und Zeicheninstallation von Luc Deleu /Antwerpen /Belgien
Die vorhandenen Kugelleuchten des bereits früher errichteten Krankenhausparkplatzes jenseits der Landesstraße wurden über die geschwungene Fußgängerbrücke, den Eingangsvorplatz bis in die Eingangs- und Ambulanzwartezone hinein, als zeichenhaftes, durch rotweiß geringelte Bemalung leicht verfremdetes Element rhythmisch weitergeführt. Zusätzlich sorgen verkehrszeichenähnliche Tafeln auf den Leuchtenmasten mit Hinweis- und Verbotssymbolen wie Hospital, Rauchverbot, Hundeverbot und Handyverbot für Irritation und regen zum Nachdenken über Sinn und Unsinn
von Verboten an.

2. Blechrosen auf Vorplatz von Rudi Molacek /St.Michael i.Bgld. /New York
6 große rosenähnliche Gebilde aus blau, rosa und gelb beschichteten gehämmertem Aluminiumblech schaffen in Kontrast mit dem architektonischem Umfeld der Vorplatzterrasse zum Haupteingang interessante räumliche Situationen, wobei auch die von Arch. Kada geplanten Wasserspiele in Form von kleinen Reihenfontänen und Sprudelrinnen einbezogen wurden.

3. Brunnenwand in der Halle von Rudi Molacek /St.Michael i.Bgld. /New York
Der gleiche Künstler hat auch die 14 lange und 2,15 m hohe Brunnenwand an der Nahtstelle zwischen der hohen Eingangshalle und der niedrigeren, glasüberdeckten Ambulanzwartehalle geschaffen. Auf der opalen Glaswand, die aus einem schmalen Nirostabecken wächst und über Wasserdüsen berieselt wird, sind beidseitig farbige, Muranoglaselemente angebracht, die sich zu einem abstrakten halbtransparenten Bild formen. Der ganz leise plätschernde Wasservorhang beruhigt die angespannten Nerven der wartenden Patienten und kühlt und befeuchtet zusätzlich die Raumluft.

4. Kapellengestaltung von Michael Kienzer /Wien
Die Raumstruktur war vom Architekten vorgegeben und lebt von einer gleichsam um ca. 1 Meter hinausgeschobenen Außenwand, die durch eine rundumlaufende Verglasung (Glasseitenwände, Glasdecke und Glasboden) an die Hauptfassade angeschlossen ist. Dadurch ist auch eine ausreichende Belichtung ohne direkte Einsicht gewährleistet. Ansonsten ist der Raum jedoch ähnlich wie die anschließenden Büroräume proportioniert. Aufgabe des Künstlers war es nun, den Raum mit seiner besonderen Funktion als Ort der Besinnung und des gemeinsamen Gottesdienstes zu kennzeichnen und hervorzuheben. Diese Betonung wollte der Künstler durch einen alle Sitzbänke, den Altar, das Lesepult und den Priestersitz überspannenden roten Teppich, der sich an der Altarwand mit weichem Faltenwurf bis zur Raumdecke hinauf zieht und auch den wandbefestigten Tabernakel einhüllt, erreichen.
In dem an Stirn-, Rückwand und Boden mit großflächigen Ahornholzplatten ausgekleideten Raum schafft der rote Teppich eine warme, festliche Insel, auf der die Gläubigen und der Priester in der Meßgemeinschaft vereint sind. Ein vom Künstler aus dem Fundus der Stadtpfarre ausgesuchtes Kruzifix, eine geschnitzte Madonna mit Kind von Walter Pist /1930, sowie ein Weihwasserbecken auf einem schlichten Ahornpfeiler ergänzen die Einrichtung dieses sehr klar und doch ungewöhnlich gestalteten Kirchenraumes.
5. Serienbilderankäufe von 17 geladenen Künstlern
17 vorwiegend aus der Steiermark gebürtige, anerkannte Künstler wurden im Kunstbeirat des Landes Steiermark ausgewählt und eingeladen in einer frei wählbaren Reproduktionstechnik (Drucktechniken, Foto, Computer etc.) je 2 Werke in einer Auflage von 3 - 5 Stück zu liefern. Je ein Bilderpaar der 17 Künstler wurde quasi als Prototyp nach einem Hängungsplan von Arch.Kada auf der Sichtbetonwand hinter der Hauptstiege in der Eingangshalle plaziert, die einzelnen Kopien finden die Patienten und Besucher wieder in Krankenzimmern, Tagräumen, Gängen und öffentlichen Räumen. So ist sowohl eine Gesamtschau dieser recht verschiedenen angelegten Auftragswerke, als auch die Wiederentdeckung und detailierte Beschäftigung mit einzelnen Blättern in den jeweiligen Räumen möglich.
Siehe Beilage Liste der Bilder und Hängungsplan Sichtbetonwand Halle.
Weiterer Bilderankauf von 10 Künstlern aus dem Bezirk Hartberg
Um auch die Künstler aus der engeren Region einzubeziehen, wurden von der Anstaltsleitung mit Zustimmung der Technischen Direktion der KAGes bezirksweit bekannte KünstlerInnen eingeladen, Werkmappen vorzulegen. Aus den eingelangten Mappen wurden folgende Künstler und Werke ausgewählt und angekauft :
Hans Beletz /Graz, 3 Aquarelle, Anna Fischer /Hartberg, 3 Aquarelle, Anton Fötsch /Pöllau, 2 Acryl-bilder, Aurelia Gratzer /Stubenberg, 4 Acrylbilder, Liane Horvath /Hartberg, 6 Farbfotos, Roswitha Jeitler /Hartberg, 3 Aquarelle, Brigitte Königshofer /Koglhof, 5 Aquarelle, Alfred Postmann /Burg, 6 Aquarelle, Klara Scholler /Hartberg, 11 Aquarelle und Farblithografien, Prof. Franz Tauss /Hartberg, 3 Monotypien
Verfassser: DI. Helmut Graf 24.1.2000