
Anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Brandverletzteneinheit" an der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz besuchten über 200 Pflegepersonen aus ganz Österreich die Fachtagung.
Dabei boten exzellente Referenten aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich, der Physio- und Psychotherapie einen Einblick in die Behandlung und Pflege brandverletzter Patienten. Die Spezialisten des interdisziplinären Teams vermittelten in ihren interessanten und lehrreichen Vorträgen theoretisches und praktisches Know-how. Beim Workshop mit dem Titel: „Tipps und Tricks aus erster Hand ..." unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. M. Trop wurden verschiedene Verbandmaterialien fachgerecht an der Rescue- Puppe angelegt. Dabei wurde Methodenvielfalt demonstriert und die Verbindung von Theorie und Praxis hergestellt.
Gewidmet war diese Pflegetagung der leitenden Intensivschwester Regina Kolenc, die heuer einen neuen Lebensabschnitt beginnt. In ihrem Vortrag „Es war einmal ..." erzählte sie ihre Geschichte der Brandverletzteneinheit. Ihr Erfolgsrezept: „Wissen erwerben, Erfahrung sammeln und Menschlichkeit schenken."
Auf der Brandverletztenstation werden aber nicht nur die sichtbaren Verletzungen nach den neuesten Methoden therapiert. Schwieriger ist es, die unsichtbaren Narben - die Narben an der Seele der Patienten - zu behandeln. Dank der Sensibilität und Menschlichkeit des interdisziplinären Teams ist das möglich.
Mit viel Engagement bemüht sich der Elternverein brandverletzter Kinder „Feuerball" um die Reintegration der Opfer. Die Obfrau schilderte in beeindruckender Weise die 12-jährige Erfolgsgeschichte des Vereins. Kinder und Jugendliche erleben und bearbeiten ihr gemeinsames Schicksal auch außerhalb der Klinik. Sie bewältigen bei Ausflügen oder in Camps den oftmals schwierigen Alltag und finden zurück zur Lebensfreude. Besonders berührte der nachdenklich stimmende Livebericht eines ehemaligen Brandopfers. Er zeigte, wie ein Augenblick der Unachtsamkeit ein ganzes Leben verändern kann.
DGKS Anneliese Kröpfl,
Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde,
LKH-Univ. Klinikum Graz