Jubiläumsfeier des Internats für katholische Gesundheits- und Krankenschwestern in unmittelbarer Nähe des Landeskrankenhauses-Universitätsklinikum Graz
Luisenheim, 2007. (Foto: Privat)
Bereits 1921 errichtete die Steiermärkische Landesregierung zwei Krankenpflegeschulen mit Sitz in der Paulustorgasse - eine für weltliche und eine für geistliche Schülerinnen. 1924 übersiedelten die beiden Krankenpflegeschulen in das LKH Graz und wurden aus ökonomischen Gründen zusammengeschlossen. Es gab nur mehr einer Schuloberin - dies war die Barmherzige Schwester Barbara Siedzicko.
Zur Zeit des 2.Weltkrieges gab es im LKH Graz wieder zwei Krankenpflegeschulen - eine für die „Braunen"(NS- Schwesternschaft) und „Blauen" Schwestern und eine für die geistlichen Schwestern. Nach Kriegsende verließen die NS-Schwestern mit ihren Schülerinnen das LKH Graz. Ab nun gab es wieder nur eine Schule für „Allgemeine Krankenpflege" - mit inzwischen vier verschiedenen Schwesterngruppen. Die Leitung dieser Fachausbildung oblag bis 1992 immer einer Barmherzigen Schwester.
Auf dem Weg zum eigenen Heim
Weihbischof bei der Grundsteinlegung, im Hintergrund Landeshauptmann Josef Krainer.
Sr. Friedeburga beim Spatenstich, im Hintergrund Luisenschülerinnen und Barmherzige Schwestern.
Auf Wunsch einiger junger Mädchen mit religiöser Einstellung wurden im Jahre 1943 erstmals auch weltliche junge Frauen in die Schülerinnengruppe der Barmherzigen Schwestern integriert. Anfangs waren es sieben bis zehn Schülerinnen pro Jahrgang, die verstreut in der Umgebung wohnten. Da die Zahl jedoch ständig wuchs und sich immer mehr Mädchen meldeten wurde daran gedacht, ein eigenes Heim zu schaffen. Durch die Initiative und das große Engagement der beiden Barmherzigen Schwestern Friedeburga von Drechsel und Responsa Bauer fand im Jahre 1954 unter Teilnahme des Weihbischofs Dr. Leo Pietsch und des Landeshauptmannes Josef Krainer die feierliche Grundsteinlegung statt. Bereits 1956 konnte der Verwaltungstrakt mit der Kapelle von Bischof Dr. Josef Schoiswohl eingeweiht und seinem Zweck übergeben werden.
Luisenheim 1957 war auch das Internatsgebäude bezugsfertig, das unter das Patronat der Heiligen Luise von Marillac gestellt wurde. Von dieser Mitbegründerin der Barmherzigen Schwestern stammt der Name „Luisenheim". Es war für die damaligen Verhältnisse großzügig gebaut und bot über 200 Schülerinnen Wohnung und Gemeinschaft. Bis zum Ende der Internatspflicht während der Ausbildung (1997) war das Luisenheim immer bis zum letzten Platz ausgebucht. Aufgrund geänderter Bedürfnisse wurden in den letzten Jahren Internatsplätze reduziert.
Das Luisenheim wird nach wie vor von den Barmherzigen Schwestern geführt und steht den Schülerinnen der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Landes Steiermark als Internatsmöglichkeit zur Verfügung.
Jubiläumsfeier Am 20.Oktober 2007 finden die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich 50 Jahre Luisenheim statt. Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Leonhard gibt es im Pfarrsaal den Festakt. Schülerinnen und Schüler der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflegeschule sowie das Österreichische Bundesheer beteiligen sich mit verschiedenen Aktionen.
Sr. Friedeburga v. Drechsel
Sr. Friedeburga v. Drechsel
Geboren am 1. Juli 1904 in Karlstein,
Vater: Dr. Karl August Graf Drechsel-Deuffstetten
29. April 1928 Eintritt in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul
Krankenpflegediplom
Lehrerin an der Krankenpflegeschule/Graz
1951-1961 Visitatorin
Muringer,M. (2001):Soziokulturelle Elemente des Berufsbildes der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege; 1921-2001 Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege; unveröffentlichte Diplomarbeit an der Karl-Franzensuniversität Graz.
Sr. Responsa Bauer.
Sr. Responsa Bauer
1907 geboren in Turkestan/Russland
Realgymnasium und Jurastudium in Freiburg im Breisgau/Deutschland
1930 Universitätsabschluss/Referendar Examen
1930-1934 Professorin im St.-Georgskolleg/Istanbul für Deutsch und Mathematik
24. 12. 1934 Eintritt in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul
1938 Krankenpflegediplom
Lehrerin an der Krankenpflegeschule/Graz
Goldenes Verdienstzeichen der Republik, 12.09.1966 Muringer 2001
Sr. Friedeburga von Drechsel war mit Frau Sr. Responsa Bauer von 1962 bis Februar 1967 abwechselnd als Visitatorin für die Provinz Graz und als Schuloberin tätig.
Quelle: Text und Bilder sind der Chronik des Luisenheimes entnommen.