
Ursachen
Verschiedenste Ursachen, wie z.B. ein genetisch bedingter Hohl- oder Spreizfuß und ein Hallux valgus können genauso eine Metatarsalgie verursachen, wie z.B. eine Köpfchennekrose im Sinne eines Morbus Köhler II (Abb. 3). Weitere Gründe können vor allem rheumatologische, als auch neurologische Erkrankungen oder Luxationen im Bereich der MTP-Gelenke darstellen. Auch andere Operationen im Bereich der Mittelfußknochen können eine Verstärkung dieser Beschwerden herbeiführen.
Symptome
Schmerzen im Bereich der Metatarsaleköpfchen bzw. im Verlauf der
Mittelfußknochen (MFK), vor allem bei Steh- und Gehbelastungen mit
Bildung von Hornhaut an der Fußsohle; weiters auch eine Ausdünnung des
dämpfenden Fettgewebes (Abb. 2).
Auf Grund der Verdünnung des
Fettgewebes und der immer stärker werdenden Hornhaut kommt es zu einem
zunehmenden Druck auf die Metatarsaleköpfchen, in weiterer Folge zu
starken Schmerzen, die bis zur Immobilisation führen können. Eine
Synovitis (Gelenkshautentzündung) kann die Beschwerden verstärken. Bei
zunehmender Luxation im MTP-Gelenk kann es auch zu Problemen mit
Hammer- und Krallenzehen kommen.
Konservative Therapie
Die therapeutischen Möglichkeiten sollten in erster Linie konservativ
ausgeschöpft werden. Hier ist das Wichtigste, Druckspitzen zu vermeiden
und generell den Druck zu verteilen. Dadurch kann es auf Dauer zu einer
Schmerzreduktion kommen. Die Druckverteilung führt aber auch zu einer
Verringerung der Hornhautbildung an der Sohle.
Das Grundprinzip der orthopädie-technischen Versorgung liegt in der
Druckverteilung, welche durch verschiedene Maßnahmen erzielt werden
kann. In der Primärversorgung stehen hier auch spezielle Einlagen zur
Verfügung, welche die meistbetroffenen Metatarsaleköpfchen II-IV vom
Druck entlasten. Bei sehr starken Schmerzen kann zur anfänglichen
Behandlung ein Vorfußentlastungsschuh notwendig werden. Anhand des
weiteren Verlaufes erfolgt eine entsprechende Einlagenversorgung.
Als Alternative zum Vorfußentlastungsschuh steht für schwierige Fälle
noch ein Unterschenkelwalker zur Verfügung.
Einlagen sollten in den
meisten Fällen langsohlig sein, um Druckspitzen am Ende der Einlage zu
vermeiden.
Weitere Maßnahmen können mit orthopädietechnischen
Zurichtungen wie Sohlenversteifung und einer, entweder auf der Sohle
aufgebrachten Abrollhilfe oder Einlagen im Schuh sein.
Operative Therapie
Sollten die konservativen Maßnahmen keinen Erfolg haben bzw. die Fehlstellung ein starkes Ausmaß angenommen haben, so stehen verschiedene operative Methoden zur Verfügung. Eine der vielen operativen Möglichkeiten ist die Weilosteotomie (Abb. 6,7) Wichtig bei dieser Methode sind die Strecksehnenverlängerung und vor allem auch die Physikalische Therapie nach der Operation.
Ziel ist die Schmerzreduktion bzw. im Idealfall die Schmerzfreiheit. Wenn dies mit konservativen Maßnahmen nicht erreicht werden kann, so empfiehlt sich die Operation. Entsprechend der Ursache sollte die passende Operation gewählt werden. Wenn die jeweilige Methode bei guter Indikation richtig durchgeführt wird, so darf man mit guten Ergebnissen rechnen. Wichtig hierbei ist, die Patienten vor der Operation gut aufzuklären (schlechte Beweglichkeit danach, Verhaltensmaßnahmen nachher…) Für den Rheumatiker hat die Methode oft eine sehr starke Schmerzreduktion mit wesentlich verbesserter Fußform zur Folge.
Schlussfolgerung
Die Metatarsalgie ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Es sollte daher ehestmöglich eine spezifische Behandlung eingeleitet werden, um gleich effizient die Therapie zu gestalten und eine Chronifizierung und allenfalls auch eine Operation hintan halten zu können. Prinzipiell kann diese Erkrankung gut behandelt werden. Je weiter sie fortgeschritten ist, desto schlechter sind aber die zu erwartenden Ergebnisse.
Departmentleiter Doz. Dr. Gerd M. Ivanic und
OA Dr.
Bernhard Jasser, LKH Stolzalpe
Quelle: Stolzalpe. INFOsion. Zeitschrift für Patienten und Mitarbeiter. Ausgabe Nr. 2/2008